Signaletik-Studios arbeiten seit Jahrzehnten mit Schildbau, Aufsteller, Stele, Folie, Stempel, Inschrift, Sandstrahlung. Vertikaler Direktdruck ergänzt dieses Repertoire um eine Kategorie, die bisher nicht existierte: bedruckte Wandfläche ohne Trägermaterial, in der Materialität des Untergrunds.

Wo er arbeitet

Direktdruck legt die UV-Tinte als sehr dünnen Film auf die Wand. Der Untergrund bleibt lesbar: Sichtbeton bleibt Sichtbeton, Rauhputz behält seine Textur, die Holzmaserung verschwindet nicht hinter einer Schicht.

Daraus folgt eine Pictogramm-Klasse, die mit Schildbau oder Folie nicht möglich ist: materialgebunden, gedruckt direkt auf den Beton, der ohnehin in der Architektur sitzt. In Bauten von Diener & Diener, Caruso St John oder Christ & Gantenbein, wo das Material die Aussage trägt, ist das oft die einzige Lösung, die nicht stört — weil sie nicht als Schild auftritt, sondern als Wand.

Bandelemente bis 4.00 m Höhe ohne Stoss kommen dazu. Foyer mit doppelter Geschosshöhe, Atrien, Treppenhaus-Vertikalen — Schildbau muss hier modulieren oder mit Stele arbeiten. Direktdruck zieht eine durchgehende Geste über die volle Höhe, in einer Druckfahrt.

In Multi-Site-Projekten reist nicht das Material, sondern das Verfahren. Eine zentral entwickelte Signaletik-Sprache, lokal mit identischem Drucksystem umgesetzt. Kein Versand, keine Lagerhaltung, keine Disposition über Ländergrenzen.

Wo er aufhört

Direktdruck ist nicht hinterleuchtbar. Backlit-Elemente, leuchtende Notausgangs-Signaletik, hinterleuchtete Stelen — hier bleibt klassischer Schildbau überlegen.

Er ist auch nicht mobil. Temporäre Wegleitung in Ausstellungen, Pop-ups oder bei Umzügen verlangt eine Lösung, die sich verlustfrei wieder entfernen lässt — Folie oder Klemmsystem-Schilder sind dort die richtigen Werkzeuge.

Auf sehr kleinen Pictogrammen — unter etwa 5 cm Bildhöhe — ist er auf strukturiertem Untergrund nicht so präzise wie ein gefrästes oder gegossenes Schild. Auf glattem Putz oder Gips funktioniert auch das fein, auf Rauhputz oder Sichtbeton bleiben minimale Konturabweichungen, die bei sehr kleinen Symbolen sichtbar werden.

Was nach dem Druck bleibt, ist nichts ausser der bedruckten Wand. Die Tinte lässt sich nicht abziehen oder partiell entfernen — sie ist Teil der Wand. Wenn sich die Raumnutzung ändert, wird übergestrichen und neu bedruckt; keine Trägerschicht, die saniert werden muss, keine Klebstoffrückstände, kein PVC. Reinigung folgt der Spec des Untergrunds — bei Sichtbeton wie Sichtbeton, bei Putz wie Putz.

Materialprobe für Ihr Atelier?

20 Minuten vor Ort →